Solnhofen 12 Apostel
Felsen, Magerrasen und Schafweiden im wohl bekanntesten Landschaftsbild des Altmühltals
Kurzüberblick
Kaum ein Motiv steht so sehr für das Altmühltal wie die Zwölf Apostel bei Solnhofen. Die markanten Felstürme über der Altmühl zählen zu den bekanntesten Landschaftsbildern der Region und sind seit Generationen ein beliebtes Ziel für Wandernde, Naturbegeisterte und Fotografen.
Der Rundweg „Teufel trifft Apostel“ startet am Bahnhofsplatz in Solnhofen, führt mit kurzen, steilen An- und Abstiegen auf beide Seiten der Altmühl, bietet den klassischen Blick von der Teufelskanzel auf die Felsgruppe und verläuft ab Eßlingen auf einem Abschnitt des Altmühltal-Panoramawegs zurück nach Solnhofen. Die Runde ist ca. 6 Kilometer lang und dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden.
Warum dieser Ort besonders ist
Die Zwölf Apostel erzählen von einer Zeit, als die Region noch am Grund eines tropisch warmen Jurameeres lag. Die heutigen Felsen sind Überreste eines fossilen Riffgürtels, der vor Millionen von Jahren entstand. Erst die spätere Eintiefung des Altmühltals formte aus dem einst zusammenhängenden Gesteinskörper jene freistehenden Felstürme, die heute das Landschaftsbild prägen.
Nicht ohne Grund zählen die Zwölf Apostel zu den bedeutendsten Geotopen Bayerns. Die Felsen sind nicht nur eindrucksvolle Zeugen der Erdgeschichte, sondern bilden gemeinsam mit den umliegenden Magerrasen einen einzigartigen Lebensraum.
Was Landschaftspflege hier bewirkt
Auf den ersten Blick wirkt die Landschaft rund um die Zwölf Apostel ursprünglich und natürlich. Tatsächlich ist sie seit Jahrhunderten vom Menschen geprägt. Die offenen Hänge, artenreichen Trockenrasen und Wacholderheiden entstanden durch die traditionelle Beweidung mit Schafen und Ziegen.
Ohne diese Nutzung würde sich die Landschaft langsam verändern. Sträucher und Gehölze würden die offenen Flächen überwachsen und viele spezialisierte Tier- und Pflanzenarten verdrängen. Deshalb sorgen Landschaftspflege, Hüteschäferei, Mahd und gezielte Entbuschungsmaßnahmen dafür, dass die charakteristische Kulturlandschaft aus offenen, mageren Hangstandorten und die hier lebenden 187 seltenen und geschützten Pflanzenarten der Roten Liste erhalten bleiben.
Tourenverlauf
Die Runde beginnt am Bahnhofsplatz in Solnhofen. Von dort führt der Weg östlich des Ortes in das Altmühltal hinein und steigt auf die Hänge über dem Tal an. Schon früh wird deutlich, dass diese Tour nicht von langen Distanzen lebt, sondern von starken Bildern: Tal, Felsen, offene Hänge und weite Blicke liegen dicht beieinander.
Ein Höhepunkt ist der Blick von der Teufelskanzel auf die Felsgruppe der Zwölf Apostel. Anschließend verläuft die Route ab Eßlingen auf der Markierung des Altmühltal-Panoramawegs weiter und bietet weitere schöne Ausblicke in das Tal. Von der Solahalle geht es schließlich durch den Ort zurück zum Bahnhof.
Natur erleben
Wer aufmerksam unterwegs ist, begegnet einer erstaunlichen Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Im Frühjahr und Sommer blühen auf den mageren Kalkböden unter anderem Sonnenröschen, Karthäuser-Nelke, Küchenschelle, Ästige Graslilie, Violette Stendelwurz, Echten Gamander und Berg-Gamander.
Auch viele Insekten haben sich an die trockenen und wärmebegünstigten Standorte angepasst. Bläulinge, Heuschrecken und zahlreiche Käferarten finden hier ideale Lebensbedingungen. Eine Besonderheit ist der Apollofalter. Die offenen Fels- und Trockenrasenflächen bieten genau die Lebensräume, auf die diese seltene Art angewiesen ist. Der stark gefährdete Falter konnte durch besondere Pflegemaßnahmen an den Zwölf Aposteln wieder heimisch werden.
Gut zu wissen
Der Rundweg ist technisch einfach, enthält jedoch einige kurze, steile An- und Abstiege. Festes Schuhwerk wird empfohlen.
Wichtig ist außerdem der Schutzstatus des Gebiets. Das Geotop liegt im Naturschutzgebiet und ist Lebensraum gefährdeter Arten. Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen und nehmen Sie Rücksicht auf die empfindlichen Trockenrasen sowie die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten.
Anreise
Der ideale Ausgangspunkt ist der Bahnhof Solnhofen. Von hier beginnt und endet der Rundweg „Teufel trifft Apostel“. Alternativ kann die Felsgruppe auch von Eßlingen aus erreicht werden. Besonders vom gegenüberliegenden Ufer der Altmühl ergeben sich schöne Blicke auf die markanten Felsen.
Karte und Weiteres
Hier finden Sie die offizielle Karte zum Rundweg „Teufel trifft Apostel“ . Die Gemeinde Solnhofen bietet die Karte zum direkten Download an.