Taubertal: Steinbachtal bei Rothenburg
Artenreiche Hänge, alte Kopfeichen und Steinriegel in einer gewachsenen Kulturlandschaft
Kurzüberblick
Nur wenige Kilometer von Rothenburg ob der Tauber entfernt, liegt das Steinbachtal, eine der abwechslungsreichsten Kulturlandschaften im Taubertal. Zwischen Bachlauf, Streuobstwiesen, Steilhängen, Steinriegeln und alten Kopfeichen zeigt sich auf engem Raum, wie eng Natur und historische Nutzung hier zusammenhängen. Wer aufmerksam unterwegs ist, entdeckt überall Spuren früherer Nutzungen, die das Tal bis heute prägen.
Die rund 5,3 Kilometer lange Rundtour führt durch das idyllische Steinbachtal hinauf auf die Hochflächen und wieder zurück ins Dorf Steinbach. Mit etwa 92 Höhenmetern und einigen kurzen, steileren Anstiegen bietet die Tour abwechslungsreiche Einblicke in Natur, Geschichte und Landschaftspflege.
Warum dieser Ort besonders ist
Das Steinbachtal ist kein Ort, der seine Besonderheiten auf den ersten Blick preisgibt. Erst beim Wandern wird sichtbar, wie eng Natur und menschliche Nutzung hier über Jahrhunderte miteinander verwoben waren.
Entlang der Hänge ziehen sich mächtige Steinriegel durch die Landschaft. Sie entstanden, als Generationen von Bauern Steine aus ihren Feldern räumten und am Rand aufschichteten. Heute bieten diese Strukturen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Alte Trockenmauern, ehemalige Ackerterrassen und knorrige Kopfeichen erzählen ebenfalls von einer Zeit, in der die Hänge intensiv bewirtschaftet wurden.
Neben den offenen Halbtrockenrasen finden sich Streuobstwiesen, Hecken, blütenreiche Grünländer und Laubwälder. Dieses kleinteilige Mosaik unterschiedlicher Lebensräume macht den besonderen Reiz des Steinbachtals aus und sorgt für eine bemerkenswerte Artenvielfalt.
Was wir hier für Natur und Landschaft tun
Für den Landschaftspflegeverband ist das Steinbachtal einer der Lieblingsorte, weil hier deutlich wird, dass Artenvielfalt nur dort erhalten bleibt, wo Landschaftspflege dauerhaft weitergeführt wird. Viele der wertvollen Lebensräume im Steinbachtal würden ohne regelmäßige Pflege allmählich verbuschen und verschwinden. Deshalb engagiert sich die Gebietsbetreuung Taubertal des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken gemeinsam mit Eigentümerinnen und Eigentümern für den Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft. Im Mittelpunkt stehen die Pflege und Offenhaltung artenreicher Hangwiesen, der Erhalt der historischen Steinriegel und der Schutz alter Kopfeichen.
Bei Führungen und Mitmachaktionen wird vor Ort erfahrbar, wie Landschaftspflege funktioniert und warum sie für den Artenschutz unverzichtbar ist. Denn gerade im Steinbachtal zeigt sich eindrucksvoll: Viele der wertvollsten Lebensräume sind erst durch jahrhundertelange Nutzung entstanden und können nur durch eine angepasste Pflege erhalten werden.
Tourenverlauf
Die Rundtour beginnt in Steinbach an der Bushaltestelle beziehungsweise am Parkplatz in Steinbach. Von dort führt der Weg zunächst durchs Dorf, vorbei an Streuobstwiesen und entlang des von Kopfweiden gesäumten Bachlaufs. Danach geht es über die alte Eselssteige auf die Hochfläche. Von hier eröffnen sich schöne Ausblicke über das Tal. Oben verläuft der Weg an Naturschutzflächen und der typischen Steinriegellandschaft entlang, bevor er wieder ins Tal hinabführt und dem Bachlauf zurück nach Steinbach folgt.
Wer dem Thema Wasser noch stärker nachspüren möchte, kann die Landschaft auch vom Chausseehaus am Lindleinsee aus erkunden. Dort starten auch LPV-Führungen unter dem Motto „Dem Wasser folgen: Steinbachtal erleben“. Dabei geht es entlang des Wassers Richtung Tauber um die Frage, wie Bäche Landschaft formen, welche Kleinstlebewesen im und am Wasser zu finden sind und wie sich das Wechselspiel der Landschaft auf alten, kaum bekannten Pfaden lesen lässt.
Natur erleben
Der Reiz des Steinbachtals liegt in der Vielfalt und den Gegensätzen. Im Talgrund prägen Bach, feuchte Randbereiche und Gehölze das Bild. An den sonnigen Hängen wechseln sich Streuobstwiesen, Waldsäume, Steinriegel und offene, wärmebegünstigte Flächen ab. Diese Strukturvielfalt schafft Lebensräume für unterschiedliche Tier- und Pflanzengemeinschaften und ist für Erholungssuchende ebenso attraktiv wie ökologisch wertvoll.
Besonders charakteristisch sind die alten Kopfeichen, die auch als Lohkoppen bekannt sind. Diese knorrigen Bäume sind nicht nur landschaftsprägend, sondern auch wertvolle Refugien für holzbewohnende Insekten und Pilze. Dazu kommen die mächtigen Steinriegel, die vom früheren Weinbau zeugen und heute wichtige Strukturen für wärmeliebende Arten darstellen. Gerade hier wird sichtbar, dass historische Nutzungsspuren oft zu den wertvollsten Lebensräumen der Gegenwart geworden sind.
Gut zu wissen
Die Runde ist mit 5,3 Kilometern gut überschaubar, verlangt aber stellenweise Trittsicherheit und Kondition, weil kurze steile Anstiege (etwa 92 Höhenmeter) auf alten Steigen dazugehören.
Anreise
Als Startpunkt eignet sich Steinbach mit Parkplatz beziehungsweise Bushaltestelle. Alternativ kann die Tour am Chausseehaus bei den Lindleinseen begonnen werden. Das Chausseehaus liegt direkt am Steinbach; östlich davon befinden sich der Kleine und der Große Lindleinsee. Rothenburg ob der Tauber ist von dort nur wenige Kilometer entfernt.
Karte und Weiteres
Flyer zur kulturlandschaftlichen Entdeckungsreise im Steinbachtal: Hier sind die Themen zusammengeführt, die diesen Lieblingsort ausmachen: alte Steigen, Kopfeichen, Steinriegel, Hochfläche und Talweg.
Die Führungen der Gebietsbetreuung Taubertal bieten zusätzlich die Möglichkeit, Landschaftspflege direkt vor Ort zu erleben.