Scheerweiher
Wasser, Feuchtwiesen und alte Bäume im einzigen Naturschutzgebiet der Stadt Ansbach
Kurzüberblick
Der Scheerweiher ist ein stiller, aber sehr vielseitiger Lieblingsort direkt vor den Toren der Stadt. Rund um die Wasserfläche treffen Schilfgürtel, alte Bäume, Feuchtbereiche, Waldsäume und offene Wiesen aufeinander. HIer empfiehlt sich der offizielle Scheerweiher-Rundweg: eine leichte Runde mit 3,8 Kilometern, etwa 1:05 Stunden und 36 Höhenmetern. Startpunkt ist der Parkplatz bei Schalkhausen; von dort führt der Weg zum Aussichtsturm, über den Damm an der Scheermühle vorbei und durch den Wald wieder zurück.
Warum dieser Ort besonders ist
Der Scheerweiher ist das einzige Naturschutzgebiet im Stadtgebiet von Ansbach. Zugleich ist das Gebiet als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen. Damit ist der Ort nicht nur für die Naherholung interessant, sondern auch naturschutzfachlich besonders bedeutsam. Die Wasserfläche mit ihren Schilfgürteln und dem alten Baumbestand bietet Lebensraum für viele geschützte und seltene Tier- und Pflanzenarten.
Auch historisch ist der Ort spannend: Der Scheerweiher wurde bereits im Mittelalter durch das Aufstauen zweier Bäche als Fischteich angelegt. Aus diesem künstlich geschaffenen Gewässer hat sich im Lauf der Zeit ein ökologisch reifes Stillgewässer entwickelt. Die Tour verbindet damit Landschaftsgeschichte und Naturerlebnis auf engem Raum.
Was wir hier für Natur und Landschaft tun
Für den Landschaftspflegeverband ist der Scheerweiher ein starker Lieblingsort, weil hier mehrere typische Arbeitsfelder der Landschaftspflege direkt zusammenkommen: Gewässer und Feuchtlebensräume, offene Wiesenflächen, Gehölzstrukturen und Streuobst im Umfeld. Der Ort zeigt sehr anschaulich, dass Stadtnatur nicht aus einer einzigen Fläche besteht, sondern aus dem Zusammenspiel vieler kleiner und großer Lebensräume. Diese Mischung macht den ökologischen Wert des Gebiets aus.
Ebenso befinden sich Streuobstbestände im Landkreis Ansbach als prägendes Element der Kulturlandschaft und als Lebensraum für bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Seit 2017 läuft gemeinsam mit dem Landratsamt das Projekt „Zukunft.Streuobst“, das gefährdete Bestände erfasst, pflegt und durch Neupflanzungen verjüngt. Für den Scheerweiher bedeutet das: Der Lieblingsort steht nicht nur für Wasser und Feuchtgebiete, sondern auch für die Verbindung von Offenlandpflege, Baumbestand und strukturreicher Kulturlandschaft.
Tourenverlauf
Der Rundweg beginnt am Parkplatz bei Schalkhausen, gleich nach der Bahnunterführung. Von dort geht es zunächst zum kleinen Aussichtsturm, der einen guten Blick über die Weiherfläche eröffnet. Anschließend führt der Weg über den Scheerweiherdamm zur Scheermühle. Dort wird auch die historische Nutzung des Gewässers sichtbar: Das Wasser des Weihers diente bis 1930 zum Betrieb der Mühle, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Danach verläuft die Runde durch den Wald in Richtung Neudorfer Mühle und in einem Bogen zurück zum Ausgangspunkt.
Die Tour trifft den Charakter des Ortes gut: kein großer Ausflug mit vielen Höhenmetern, sondern ein überschaubarer Naturspaziergang mit viel Abwechslung. Wasserfläche, Damm, alte Mühle, Waldsaum und Rückweg entlang der früheren Straße ergeben eine kleine, aber stimmige Runde.
Natur erleben
Der Scheerweiher ist besonders dann stark, wenn man sich Zeit zum Beobachten nimmt. Laut offizieller Tourenbeschreibung brüten im Gebiet mehr als 60 Vogelarten. Außerdem nutzen Kröten und Molche den Weiher zum Laichen; allein bei den Erdkröten wird eine Population von über 5.000 Tieren genannt, eine der größten auf der Frankenhöhe. Das macht den Ort zu einem wichtigen Amphibien- und Vogelhabitat.
Auch jahreszeitlich ist der Rundweg abwechslungsreich. Besonders hervorgehoben werden die Amphibienlaichzeit im Frühjahr, die Vogelzugzeiten im Frühjahr und Herbst, die Orchideenblüte im Frühjahr und die Herbstfärbung des Laubwaldes. Damit eignet sich der Scheerweiher nicht nur für einen einmaligen Besuch, sondern für verschiedene Jahreszeiten mit jeweils anderem Schwerpunkt.
Gut zu wissen
Der Rundweg ist leicht, aber es gelten klare Schutzregeln. Im Kernbereich darf das Schutzgebiet ganzjährig nicht betreten werden. Zusätzlich gilt vom 1. März bis 31. Juli, dass das Gebiet außerhalb der Wege nicht betreten werden darf. Für Hunde besteht Leinenpflicht. Diese Regeln sind wichtig und sollten auf eurer Website deutlich genannt werden.
Wichtig: Der offizielle Rundweg ist nicht beschildert.
Anreise
Startpunkt ist der Parkplatz bei Schalkhausen, direkt nach der Bahnunterführung. Von dort ist sowohl der Aussichtsturm als auch der Rundweg gut erreichbar. Die touristischen Seiten führen den Scheerweiher außerdem unter der Adresse Steinersdorfer Steige, 91522 Ansbach.
Karte und Weiteres
Hier findet ihr den offiziellen Scheerweiher-Rundweg mit Karte und Download.